Die Geschichte des Millerntor-Stadions

Gastebeitrag:

Der FC St. Pauli ist weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt und beliebt. Alleine in Deutschland können sich laut Umfragen bis zu elf Millionen Menschen mit dem Kultverein identifizieren. Seine wechselvolle Geschichte bewegt und berührt die Fans. Das reicht bis in die Vorstandsetagen der deutschen Großklubs.

Sogar der ehemalige Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, griff zum Telefonhörer und organisierte einst ein Benefizspiel zugunsten des FC St. Pauli, um dessen finanzielle Not zu lindern. Seit dem Jahr 2011 spielt der Verein in der 2. Fußball-Bundesliga und erlebt dort alle Höhen und Tiefen. Die letzte Saison beendete der FC St. Pauli im gesicherten Mittelfeld der Liga.

Natürlich wäre eine Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse herzlich willkommen, doch nicht nur die Buchmacher geben den St. Paulianern in ihren Sportwetten derzeit wenige Chancen auf einen Wiederaufstieg. Die Fans sehen das nicht als Problem. Sie lieben ihren Verein und feiern dessen Spiele auch so ausgiebig.

Zahlreiche Umbauten ließen die Spielstätte immer weiter wachsen

Seine Heimat hat der FC St. Pauli im Millerntor-Stadion. Dieses finden Fans mitten im gleichnamigen Stadtteil Hamburgs. Es liegt zwischen dem berühmtesten Hamburger Kiez, dem Bunker an der Feldstraße und dem Wirtschaftsgymnasium. Die vollbesetzte Spielstätte fasst genau 29.546 Zuschauer. Hier begrüßen die Braun-Weißen ihre Gegner aus der Liga und bereiten ihnen zumeist einen heißen Empfang.

Das Millerntor-Stadion hat bereits zahlreiche Metamorphosen hinter sich gebracht. Errichtet wurde es bereits im Jahre 1963, und das zum für heutige Verhältnisse günstigen Preis von 32 Millionen Euro. Die immer wieder durchgeführten Umbauten sorgen auch dafür, dass das Fassungsvermögen immer weiter gesteigert werden konnte. 2007 bauten die Verantwortlichen die Südkurve um, 2010 folgte die Haupttribüne.

Damit stieg die Zuschauer-Höchstzahl um 4.600 Personen an. Danach folgte 2013 der Umbau auf der Gegengeraden, sowie jene der Nordkurve. 16.940 Stehplätze, 12.606 überdachte Sitzplätze, sowie die sogenannten Business Seats, die Rolliplätze, der Pressebereiche und die Séparées finden hier ihren Platz. Damit nicht genug verfügt das Millerntor-Stadion auch noch über zwei Ballsäle.

Hier wird auch privat gefeiert

Einer davon befindet sich in der Südkurve, der andere in der Hauptkurve. Diese Räumlichkeiten kann man, ebenso wie die Séparées, für private Veranstaltungen mieten. Hier finden von Hochzeiten, über Geburtstagsfeiern, Konzerten bis zu Weihnachtsfeiern jede Menge private Events statt. Sobald der FC St. Pauli auswärts spielt, sind die Räumlichkeiten verfügbar. Das Millerntor-Stadion möchte offen für alles sein. Dementsprechend servieren die freundlichen Mitarbeiter bei Veranstaltungen auf Wunsch alles Gewünschte. Das reichte von der klassischen Currywurst im Kiez-Ambiente bis hin zum Kaviar-Häppchen.

Bei AC/DC wird es ernst

Das Stadion bietet natürlich einen beheizten Rasen. Die Fans der Gäste sind auf der Nordkurve platziert. Dort haben sie nicht nur Steh-, sondern auch Sitzplätze zur Verfügung. Über den Eingang Feldstraße, bei der gleichnamigen U-Bahn-Station, können sie diesen Bereich des Millerntor-Stadions direkt erreichen.

Der Totenkopf ist das berühmte Markenzeichen des FC St. Pauli. Analog dazu erklingen die Glockenschläge von AC/DC´s Hit „Hells Bells“, wenn es ernst wird im Stadion. Dann nehmen die Fans ihre Plätze ein, weil sie wissen, dass nun ihre volle Aufmerksamkeit gefragt ist. Nun sind sie bereit ihre Mannschaft mit aller Kraft zu unterstützen und anzufeuern und das Stadion erbebt unter den Fangesängen.

Der FC St. Pauli kann sich immer auf den Rückhalt des berühmten 12. Mannes verlassen. Dies gilt in jeder Situation, egal ob die Mannschaft nun führt oder sich im Rückstand befindet. Genau diese Stimmung macht auch die ganz besondere Atmosphäre im Millerntor-Stadion aus. Für diese ist die Heimstätte des Vereins schließlich in ganz Deutschland bekannt.

Einzigartige Kinderbetreuung

Damit auch die Jüngsten die Heimspiele des FC St. Pauli genießen können, hat die Pestalozzi-Stiftung Hamburg das sogenannte Piraten-Nest geschaffen. Dabei handelt es sich um eine Kita, die es Eltern ermöglicht ihre Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren professionell betreuen zu lassen. Dabei handelt es sich um eine weltweit einzigartige Einrichtung. Die rund 1.400 m² große Kita ist auf drei Ebenen verteilt und bietet daher ausreichend Platz für bis zu 100 Kinder. Natürlich haben auch sie einen direkten Blick auf das Spielfeld.

Das ist beileibe nicht die einzige Innovation, mit der das Millerntor-Stadion punkten kann. Schon vor mehr als zehn Jahren erhielt das Stadion den PETA Progress Award als „tierfreundlichstes Fußballstadion“, schließlich gibt es hier eine große Auswahl an veganen und vegetarischen Gerichten zu kaufen. Als erstes Stadion wurden hier problematische Fan-Parolen einst verboten.

Fanartikel finden die Zuschauer im gut sortierten Fanshop, dort gibt es unter anderem das Merchandising mit dem Totenkopf zu kaufen. Informationen über Tickets bietet der FC St. Pauli auf seiner Webseite. Die Anreise zum Millerntor-Stadion erfolgt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der FC St. Pauli heißt mit vollem Namen eigentlich Fußball-Club St. Pauli von 1910, doch der Name täuscht. Der Fußballverein wurde nicht im Jahr 1910, sondern mindestens drei Jahre zuvor gegründet. Seine Wurzeln liegen im Hamburg – St. Pauli Turnverein von 1862. Dieser begann wahrscheinlich im Jahr 1907 mit dem Fußball.

Seither ist viel Zeit vergangen, in der der FC St. Pauli sowohl erfolgreiche, als auch schwere Zeiten durchleben musste. Die Fans erlebten zahlreiche Aufstiege, Abstiege und sogar einen Lizenzentzug mit. Doch der Verein kam immer wieder auf die Beine. Das ist auch der unerschütterlichen Treue seiner Fans zu verdanken. Diese stehen in guten wie in schlechten Zeiten zum FC St. Pauli und pilgern verlässlich ins Millerntor-Stadion, wenn es darum geht König Fußball zu feiern.