Viel mehr als nur die Reeperbahn: Was auf St. Pauli noch los ist

Wer an St. Pauli denkt, dem kommen sofort zwei Bilder in den Sinn. Da ist einmal die Reeperbahn mit ihrer nächtlichen Amüsiermeile und zum anderen der berühmte Hafen mit den Landungsbrücken. Mit rund 22.500 Einwohnern und noch viel mehr Touristen hat der Stadtteil jedoch mehr als das zu bieten. Welche Attraktionen lohnen sich vor Ort außerdem noch oder können mit den erstgenannten Zielen verbunden werden?

Bewegte Geschichte formt den heutigen Stadtteil

Der Hamburger Stadtteil St. Pauli weist eine lange Geschichte auf, die zum hohen kulturellen Wert führte, die er heute besitzt. Erstmals wurde St. Pauli durch ein Kloster 1247 besiedelt, jedoch lange nicht von der Hansestadt akzeptiert. Diese gab dem Stadtteil letztlich seinen Namen. Schon 1633 begann St. Pauli als Amüsiermeile bekannt zu werden, ehe der Stadtteil 261 lange Jahre später, 1894, offiziell zu Hamburg gezählt wurde. Vor allem nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich St. Pauli zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Stadt. Doch diesmal ließ Hamburg den Stadtteil nicht hängen und brachte mit Theatern und Musicals viel Kultur zurück. Heute ist St. Pauli nicht nur bei den Einwohnern des Viertels besonders beliebt, sondern dient ebenfalls als Ort der Unterhaltung für viele Touristen. Diese sind ebenfalls immer mehr daran interessiert, den historischen Stadtteil mit eigenen Augen zu sehen und nutzen dafür die lokal geführten Tourangebote vor Ort.

An der Elbe selbst ist nicht mehr viel, wie es einst war. Wo früher große Dampfschiffe anlegten, deren Ziel die weit entfernten Häfen in Übersee waren, befinden sich heute vor allem Aussichtsboote. Diese befördern Touristen auf der Elbe entlang und präsentieren die Uferlandschaft mit den Wahrzeichen der Stadt sowie den Häusern reicher Hamburger. Fähren transportieren vor allem die Arbeitnehmer von A nach B, während hin und wieder große Kreuzfahrtschiffe zu entdecken sind. Nichtsdestotrotz lohnt sich das Erlebnis des Hafens nach wie vor, selbst wenn nur gegessen werden soll. Viele Restaurants bieten direkten Blick auf das Wasser und sind dementsprechend beliebt. Da es allerdings viele Sitzplätze gibt, ist auch ohne Reservierung immer etwas frei. Im Norden der Reeperbahn ist derweil das Heiligengeistfeld zu finden. Es handelt sich um den Austragungsort des Hamburger Doms. Das ist natürlich kein Gebäude, sondern ein großes Volksfest, das gleich dreimal im Jahr stattfindet. Jedes Jahr kommen Millionen Menschen, die sich an den unterhaltsamen und kreativen Ständen vergnügen. Besonderheiten sind dabei stets die internationalen Angebote, spezielle Themen-Veranstaltungen sowie die Feuerwerks-Shows, die den St. Paulianer Nachthimmel farbenfroh erstrahlen lassen.

Vom Fußball zur weiteren Unterhaltung

 

Der wohl bekannteste Export des Stadtteils ist in direkter Nachbarschaft zum Heiligengeistfeld zu finden. Hier trägt der FC St. Pauli im Millerntor-Stadion seine Heimspiele aus. Das Stadion ist mit mehr als 29.000 Plätzen zu fast allen Partien ausverkauft, weshalb sich Kurzentschlossene im Internet informieren sollten, ob es noch Karten gibt, bevor sie sich in Richtung Stadion aufmachen. Die hohe Beliebtheit des FC St. Pauli ist umso beeindruckender, als dass sich der Verein bereits seit 2011 wieder in der 2. Bundesliga befindet und deshalb überhaupt nicht gegen die stärksten Klubs des Landes spielt. Neben den Fans aus dem eigenen Stadtteil reisen auch hunderte Menschen von außerhalb an, um den Boys in Brown beim Spielen zuzusehen. Große Stars sucht man auf dem Spielfeld aktuell aber vergeblich. Der Grieche Dimitrios Diamantakos war 2019/20 gemeinsam mit dem Niederländer Henk Veerman der beste Torschütze. Beide erzielten je elf Treffer. Diamantakos wechselt im Sommer nach Split, sodass sich 2020/21 ein neuer Paulianer ins Rampenlicht spielen kann.

Direkt gegenüber der Haltestelle St. Pauli gelegen befindet sich eine weitere Attraktion für etwas entspanntere Nächte. Die Spielbank Hamburg öffnet hier tägliche ihre Türen und lockt mit einem breiten Glücksspielangebot. Ganz klassisch können Besucher an den Roulette-, Poker- oder Blackjack-Tischen Platz nehmen. Allerdings stehen ebenso einige Automaten zur Verfügung, die im gepflegten Ambiente den weiteren Spielothek-Optionen in Hamburg überlegen sind. Die klassischen Spielbanken sind in ganz Deutschland vertreten und dienten als Vorlage für das heutige Spielangebot im Internet. Die Online Casinos haben sich die Stärken der landbasierten Spielbanken angeschaut und das Portfolio um ein Vielfaches weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es sämtliche Spielklassiker wie Blackjack oder Roulette in den verschiedensten Varianten. Allein aus Platzgründen wäre es im physischen Casino überhaupt nicht möglich, ein so großes Spieleangebot bereitzuhalten.

Abseits von Fußball und Casino lockt besonders das Karolinenviertel. Es handelt sich um den Übergang zum Schanzenviertel, der sowohl tagsüber als auch nachts überaus lebendig ist. Hier gibt es viele Bars mit leckeren Drinks, Restaurants mit großer Auswahl an Gerichten, liebenswerte kleine Cafés und vieles mehr. Dazu kommen die einzigartigen Boutiquen, die das Viertel zu dem machen, was es heute ist. Von hier ist der Heinrich-Hertz-Turm ebenfalls gut zu sehen. Fast 280 Meter ist er hoch. Damit steht das höchste Bauwerk in ganz Hamburg nahe am Viertel St. Pauli. Zu guter Letzt bleibt ein Ausflugsziel der völlig anderen Art. Statt in Bars geht es in das ruhige Herz St. Paulis, wo der Park Planten un Blomen mit ganz viel Grün lockt. St. Pauli teilt sich den Park mit dem Hamburger Stadtteil Neustadt, wobei der nördliche Teil zu St. Pauli gehört. Im Park zu sehen sind unter anderem ein Japanischer Garten inklusive traditionellem Teehaus, ein beeindruckender Rosengarten und der See, der gerne für Wasserlichtkonzerte genutzt wird. Es muss also nicht zwangsweise die Reeperbahn sein, wenn der nächste Ausflug nach St. Pauli geplant wird. Der Stadtteil hat noch viel weiteres Interessantes zu bieten. Kein Wunder also, dass die Gegend bei Touristen aus Deutschland und dem Rest der Welt so beliebt ist.