TOP TEN

Das schöne kleine Gebäude mit den fachwerkartigen Verzierungen auf der Reeperbahn 136, in dem heute der Moondoo Club residiert, beherrbergte ab Oktober 1960 einen Musikclub der Kiez-Geschichte geschrieben hat – das TOP TEN. Denn nicht nur die Beatles spielten nach ihrem Engagement im Kaiserkeller abends dort auf, sondern auch Größen wie Garry & The Pacemakers, Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich oder The Monks. Der Club gilt auch als Geburtshelfer des Tanzstils „Twist“ in Deutschland, den Soldaten der US-Marine im Club erstmals öffentlich aufführten.

Geburtstagsparty im TOP TENDer Nachtclub mit den unendlichen Öffnungszeiten war in den 70er Jahren ein beliebter Treffpunkt der Ludenszene, die den populären Ort nutzte, um junge Mädchen für ihre Gewerbe zu „interessieren“. Auch wenn die Polizei vor dem smarten Jungs mit dem Miami-Vice Charme auf Flugblättern warnte, „fischten“ diese meist sehr erfolgreich auf der Tanzfläche des Clubs. Auch wenn die Hamburger Gruppen meist friedlich nebeneinander existierten, versuchten immer wieder neue Banden sich zu behaupten. 1971 kam es zu einer Messerstecherei als eine Gruppe von Senegalesen, die nicht nur nichts bestellen, sondern auch „Flagge“ zeigen wollte und im Streit den Kellner Peter Richter erstachen und drei weitere Personen verletzte.

Top 10 Opening mit Horst Fascher 12.07. 1984Mit dem Grandseigneur der Reeperbahn Karl Heinz Schwensen in der künstlerischen Leitung wurde ab 1984 der Laden dann endgültig zum Kult. Denn dieser nutzte seine guten Kontakte in die Showszene, um für zahlreiche Überraschungsgäste zu sorgen. So konnte es schon mal sein, das Mitten in der Woche die Scorpions, Guns n Roses oder Bon Jovi & Band auf der Bühne standen.

Das letzte Mal mit einem Verbrechen in Zusammenhang kam der Club als in seinem Eingangsbereich 1992 ein Zuhälter namens Bobby von einem Querschläger tödlich getroffen wurde.