Reeperbahn Cruisen

„Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen, wir sind die Coolsten, wenn die süßen Ladies uns mit Küsschen grüßen.“ Massive Töne

Das Cruisen auf der Hamburger Reeperbahn hat eine lange Tradition. Schon immer war es chic und hip mit auffälligen Autos die Meile rauf und runter zu fahren. Dabei ließ man die Motoren aufheulen, die Reifen quietschen oder die Musik überlaut aus dem Gefährt dröhnen. Das gilt bis heute.
Wer am Wochenende über die Meile flaniert, wird regelmäßig um „Aufmerksamkeit“ gebeten.
Für die Fahrer ist es wichtig mit ihren Statussymbolen: Automarke, Musikgeschmack, BeifahrerInnen  gesehen zu werden. Schließlich fällt der gute Geschmack ausschließlich auf sie zurück.
Der Trend kommt natürlich aus Amerika. In den 50er Jahren waren es die Teenager, die an belebten Orten wie Hauptstraßen, Stränden oder Plätzen betont langsam vorbeifuhren. Das Vorführen des Statussymbols Autos sollte zu Rückschlüssen auf die Person hinter dem Steuer führen.

DETAIL_motorraeder_1980Unter den Zuhältern  galt es schon in den 60er Jahren als trendy zu zeigen, was man so hat. Die Autos, meist italienische oder amerikanische Fabrikate wurden gerne vorgeführt. Einige bekannte Luden der Nutella-Bande trugen sogar im Spitznamen ihre Lieblingsgefährte. Ralf Kühen auch „Korvetten-Ralf“ betitelt oder der schöne Klaus Barkowsky auch „Lamborghini-Klaus“ genannt.
Das Cruisen erfüllte dabei viele Funktionen. Zum einen konnte man auf diese Weise das so genannte „Frischfleisch“ anlocken. Aus dieser „Spritztour“ wurde dann meist ein enges Arbeitsverhältnis. Zum anderen konnte man Patrouille fahren, also schauen, wer sich da auf der Meile tummelte und  eventuell sich im „falschen“ Bezirk befand.

In den 80ern wurde unter dem Einfluss der stylischen Serie Miami Vice Cruisen dann endgültig ein Massenphänomen. Je dicker die Karre und je lauter die Musik, desto besser.  Mit der ökologischen Trendwende in 90er Jahren galt es dann eher als prollig, wenn man mit Benzinvernichtern oder einem Opel-Manta vorfuhr. Mit der Jahrtausendwende und dem HipHop wurde das mobile Posen dann wieder salonfähig.
Die schweren Wagen waren natürlich auch anfällig. Und so war es für die an die legendäre ESSO-Tankstelle angegliederte Werkstatt ein gutes Nebengeschäft die schicken Autos nicht nur zu polieren, sondern auch mit Ersatzteilen zu versorgen. Heute wird so etwas eher online mit  Anbietern wie  www.PkwTeile.de geregelt und die dafür notwendigen Einbauvideos gibt es auf youtube bei der Autodoc Online Werkstatt.

Doch das Cruisen ist schon längst nicht mehr nur auf Autos beschränkt. Nicht nur bei den Harley Days knattern die Motorräder durch die Straßen, sondern eigentlich jedes Wochenende. Dazu kommen nun extreme Bikes oder sogar blinkende Skateboards. Hauptsache gesehen werden.

Na dann – viel Spaß.

 

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