Nonnen und Huren "STARKE FRAUEN" Ausstellung im Sankt Pauli Museum

Was zeichntet eine starke Frau aus? Mut, Intelligenz, Empathie? Sicher von allem etwas. Im Sankt Pauli Museum ist gegenwärtig eine Ausstellung zu sehen, die sich dem „schwachen“ Geschlecht auf Sankt Pauli widmet und ganz unterschiedliche Frauen aus unterschiedlichen Sozialisationen vorstellt. Von der Klofrau bis zu Managerin.

Domenica in der MaskeAuf langen Fahnen wird die Biografie der ausgewählten Personen umrissen, dazu gibt es ein charakteristisches Bild. Die Auswahl ist vielschichtig. Zu den wichtigen und auch überregional von Bedeutung seienden, gehören die Hure Domenica, die sich in den 80er Jahren für die Legalisierung der Prostitition eingesetzt hat und mit dem ragaaza e.V. ein Inititive für junge Prostituierte schaffte. Eve Champage, die Burlesque-Performerin und Mitglied der Olivia Jones Familie, die diese laszive Kunstform wieder ins kollektive Bewusstsein gerückt hat. Sicher die geilste Rampensau der Republik.

Von historischer Bedeutung sind Gräfin Heilwig als Begründerin des Zisterzienser-Klosters, das zur ersten urkundlichen Erwähnung des heutigen Sankt Pauli führte, Anna Simon, die jahrelang das Sankt Pauli Theater als Intendantin leitete sowie Francois Bloch-Sérazin, die für den französischen Widerstand ihr Leben gab und in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg nahe Sankt Pauli hingerichtet wurde.

Über die regionalen Größen wurde natürlich wieder viel diskutiert. Pikant. Warum wurde Kerstin Kleine, die Chefin des Lokals „Zur Ritze“ in die Auswahl genommen, schließlich habe ja ihr Mann Hanne Klein damals Domenica in die Prostitution gedrängt. Ein Gast meinte, es sei ja kein Zeichen von Stärke, wenn man sich Beschützer ins eigene Etablissement holt. Typische männliche Sicht, mischte sich eine Besucherin ein: „Es ist doch ein Zeichen von Intelligenz, wenn man sich im richtigen Moment Hilfe holt. Männer gehen ja nicht mal zum Arzt, wenn es zu spät ist“
Auch portaitiert wurde Susan-Renate Lawrence, die seit vielen Jahren Schuh Messmer auf der Reeperbahn betreibt und nun auch in den Online-Versandhandel eingestiegen ist, aber eigentlich Sängerin werden will.

Generell bot die Auswahl viel Stoff für Diskussion.
Eine Frau von den Grünen fragte, warum zwei Frauen von der SPD dabei sind, aber keine von anderen Parteien? Warum wurde die verstorbene Wirtin Erna Thomsen vom Silbersack ausgewählt? Wäre nicht Tante Hermine, die Mutter der Seefahrer, das weltweit bekanntere Symbol für „Das Tor zur Welt“. Zählt nicht, michte sich ein älterer Pauliner ein – ihr Lokal „ZUR KUHWERDER FÄHRE“ stand schon im Gebiet von Altona.

Kurator Jürgen Henke sieht die Ausstellung nicht als abgeschlossen an. Auf der Homepage des Museums ruft er zu weiteren Vorschlägen auf. Zitat: „So mag es sein, dass Sie wichtige „Starke Frauen“ vermissen. Sagen Sie uns wen, die Arbeit des ehrenamtlich tätigen Teams wird mit dieser Ausstellung nicht enden.“

http://sankt-pauli-museum.de/ausstellungen/sankt-paulis-starke-frauen/

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