Lack und Leder für Anfänger

Das erste Mal BDSM – doch wo fängt man da eigentlich an? BDSM ist eine Abkürzung für die Bereiche „Bondage & Discipline“, „Dominance & Submission“, sowie „Sadism & Masochism“. BDSM ist eine sexuelle Vorliebe, die durch ein Machtgefälle charakterisiert wird. Wie weit jedoch die Vorliebe für Peitschen, Latex oder Fesseln sind, muss jeder für seine erste BDSM Session selbst entscheiden. Es gibt dennoch ganz viele andere Wege, sich langsam mit seinem Partner an die Welt des BDSM heranzutasten.


BDSM – Die Bedeutung der Hauptbereiche

Bondage

Alle Tätigkeiten, die den Partner in seiner Beweglichkeit einschränken, z.B. Fesseln.

Discipline

Diese Spielart wird von Regeln und Kontrolle geprägt. Der dominante Partner stellt Regeln auf und kontrolliert diese. Der devote Partner, muss die Regeln einhalten.

Dominance & Submission

Im Rahmen von vereinbarten Grenzen entsteht in dieser Spielart ein freiwilliges und kontrolliertes Machtgefälle.

Sadism & Masochism

Dieser Bereich des BDSM beschäftigt sich mit dem kontrollierten und gewollten Erleiden von Schmerzen. Wie weit die Schmerzen gehen dürfen, sollte in einem Vorabgespräch geklärt werden.

 

Vorurteile gegenüber BDSM – So schaffen wir sie aus der Welt

Welche Art Person lebt BDSM eigentlich aus? So einfach kann man diese Frage nicht beantworten. Auch wenn das Klischee existiert, dass nur dominante Männer den Part des aktiven Partners (Dom) übernehmen, entspricht das nicht unbedingt der Wahrheit. Es gibt ganz viele unterschiedliche Menschen die BDSM in ihrem Sexleben einbauen, egal ob jung bis alt oder Kassiererin bis Geschäftsführer. Die Rollenverteilung während einer BDSM Session müssen nichts mit der Realität zu tun haben. Auch das Vorurteil, es ginge bei BDSM nur um das Zufügen von Schmerzen, stimmt nicht zu 100 Prozent. BDSM beinhaltet so viele Praktiken, die besonders auf Vertrauen und Hingabe beruhen. Um sich überhaupt in die Position des devoten Partners (Bottom) begeben zu können, muss man sich bei seinem Partner sicher fühlen. Doch das bedeutet längst nicht, dass der Dom mit seiner Peitsche kommen darf. Die Grenzen werden individuell festgelegt, sodass manchen das Fesseln der Hände oder das Verbinden der Augen ausreicht. Das Machtgefälle bereitet in diesem Fall den Partnern die Lust und nicht der Schmerz.

 

Sicherheit – „Safe, Sane and Consensual“ (SSC)

„Sicherheitsbewusst, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich“ beschreiben die Grundprinzipien des BDSM. SSC bietet den Partnern während einer BDSM Session eine ethisch moralische Grundlage. Das oberste Gebot ist die Vermeidung von psychischer oder physischer Gewalt, sodass die Befriedigung der Lust zweitrangig ist. Wichtig ist es dafür, im Vorfeld ein Gespräch mit dem Partner zu führen. Es sollten besonders die Grenzen, aber auch die Wünsche und der Verlauf geklärt werden. Die Grenzen müssen nicht nur aus körperlichen Schmerzen bestehen, sondern können sowohl Wörter, die nicht fallen sollen, als auch Szenen sein. Gerade für den Dom ist das Gespräch wichtig. Er findet so heraus, in welcher Lage sich gerade der oder die Sub befindet. Fragen, wie „Haben wir ausreichend getrunken und geschlafen? Gib es Schmerzen, Einschränkungen, Probleme, Stress? Geht es uns körperlich und mental gut?“, können helfen, die Session so angenehm wie möglich zu machen. Während des Gespräches muss ein Safeword vereinbart werden. Zu beachten wäre, dass das Safeword nichts mit der BDSM Session zu tun hat. So kann der Dom aber auch der Sub erkennen, dass es dem gegenüber zu viel wird. Falls bei einer ersten BDSM Session Spielzeuge verwendet werden möchten, sollte man im Klaren darüber sein, wie und wo man diese anwenden darf. So können schwere Verletzungen vermieden werden. Auf jeden Fall sollten alle Beteiligten mit großer Aufmerksamkeit und Empathie die Reaktionen des Partners verfolgen, um so schnell und angemessen reagieren zu können. Nach der Session muss der/die Sub „aufgefangen“ werden. Wenn die Session intensiv war, egal ob körperlich oder psychisch, ist der Körper voll mit Adrenalin. Um wieder entspannen zu können, hilft es der/die Sub in den Arm genommen oder geküsst zu werden – natürlich nach Ende des Spiels.

 

Das erste Mal BDSM

Bei vielen, gibt es nicht das erste Mal BDSM. Es werden nach und nach einzelne Elemente des BDSM in das Liebesleben eingebaut. Wann genau die sexuelle Vorliebe startete, können die wenigsten über sich sagen.

Nachdem die Beteiligten ein offenes Gespräch über ihre Wünsche hatten, kann das Ausprobieren beginnen.

 

  1. Kontrolle über den Höhepunkt

Die Hände ans Bett fesseln – Jeder kennt es. Der Partner kann nicht in das Handeln des Dominanten eingreifen. Er muss sich komplett dem hingeben, was der Dom macht. Der Sub in seiner machtlosen Position kann vom dominanten Partner mit einem Dildo oder Vibrator verwöhnt werden. Der Dom kann dann die Intensität der Vibration und somit den Höhepunkt seines Gegenübers steuern. Natürlich können während der Session die Rollen getauscht werden. Dieser Switch ist besonders für Neulinge interessant, da sie so ihre Vorlieben kennenlernen können.

  1. Hot and Cold

Eiswürfel oder Kerzen? Warum nicht Beides! Aber bitte Vorsicht bei den Kerzen: Handelsübliche sind zu heiß für die Haut. Empfehlenswert sind Paraffinkerzen, da sie eine niedrigere Temperatur haben. Sobald das Wachs auf den Körper tropft, wird ein Teil des Gehirns stimuliert, das sowohl auf Lust, als auch auf Schmerz reagiert. Auf das heiße Wachs kann anschließend ein Eiswürfel platziert werden. So wird die Hitze auf der Haut neutralisiert.

  1. Befehle, Belohnungen oder Strafen

Dirty Talk ist genauso in der BDSM-Welt vertreten, wie auch im „normalen“ Sexleben. Das Machtgefälle entsteht durch mündliche Befehle ganz natürlich. Es geht dabei aber nicht um Dominanz aufgrund von physischer Züchtigung. Die freiwillige Unterwerfung des Subs treibt die Befehle des Dom an. „Zieh dich aus!“ oder „Augen zu!“ sind nur wenige von vielen Möglichkeiten, mit dem Dirty Talk zu beginnen. Diese Art der „verbalen Bondage“ fällt in die Kategorie Disziplin. Auch ein Switch kann hier den Partnern helfen, die bevorzugte Rolle zu finden.

  1. Rollenspiele

Die Krankenschwester, der Polizist, der eine Kontrolle durchführt, oder die Putzfrau sind gängige Rollen in der Pornographie. Das Hineinversetzen in verschiedene Rollen hilft den Sexpartnern oft, ihr Liebesleben und die eigenen Vorlieben neu zu erfinden

Es spielt keine Rolle, mit wem die ersten Erfahrungen in der BDSM-Welt geteilt werden – Hauptsache Sie haben Vertrauen in die Person. Sprechen sie miteinander und beginnen Sie die Reise. Dark Boutique oder Boutique Bizarre sind beliebte Anlaufstellen, um die Auswahl der Spielzeuge zu vergrößern. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.