Inkasso Henry Touristenführer

Heinrich Hübner (*10. Juli 1952, + 08.Mai 2017), bekannt als Inkasso-Henry, hat einen Großteil seines Lebens auf der Reeperbahn verbracht. Mit 18 Jahren fuhr er zwei Jahre zur See und hat dann viele Jahre gekellnert. Er versuchte es auch mal mit eigenen Frauen auf dem Kiez – das endete allerdings in den 80er Jahren im Gefängnis. Obwohl er nie zum harten Kern des Rotlichmilieus gehörte, war er zu einer Symbolfigur des starken Mannes vom Kiez geworden. Belegt und bekannt war seine Tätigkeit als Koberer (vom hanseatischen ankobern für anwerben) bei verschieden Etablissements.

Am längsten arbeitete er bei der Tabeldance Bar Lido, insgesamt war er dort 30 Jahre.  Mit seiner besonders rauen Stimme und seinem Hamburger Snack hat er die Menschen von der Straße in die Läden gelockt.

Anders als viele aus dem Rotlichmilieu, war Henry nicht kamerascheu. Er zeigte sich gerne mit Porschebrille, Goldschmuck und seinem Mercedes. Er war in vielen Reportagen über die Reeperbahn und den Kiez zu sehen. Auch in einigen Filmberichten über die ehemalige Esso – Station ist er zu sehen, dort hatte er seine „eigene“ Tanksäule.

So wurde Inkasso Henry zum TV Star von der Reeperbahn. Diesen Promistatus machte Inkasso Henry ab 2008 zu Geld, in dem er Kiezführung anbot. Bei diesen Führungen konnte er aus erster Hand den Besuchern sein Kiezwissen vermitteln. Er verstand es aus jeder Führung eine Show zumachen.
Der Pastor sagte bei seiner Beerdigung, “Henry wusste, nicht jede Geschichte muss richtig sein, sie muss nur richtig gut sein“.

Er stand für das Rotlicht der 80iger Jahre……….

Die 70er und 80er Jahre auf St. Pauli waren vom Rotlicht geprägt. Beginnend mit Wilfried Schultz (genannt der Pate oder aber Frieda) wurde seine Macht Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre von neuen Ludenkartellen abgelöst. Die GMBH (nach den Namen ihrer Mitglieder = Gerd, Mischa, Beatle und Harry) und die Nutellabande teilten sich neben anderen kleineren und größeren Organisationen das Gebiet und die Geschäfte. Die Zeiten waren unruhig und es gab immer wieder Auseinandersetzungen. Die weiße Dame (=Kokain) änderte vieles und Streitigkeiten endeten immer häufiger in Schießereien. Bis der sogenannte Kiezkiller Mucki Pinzer im Auftrag aller Seiten vielen Protagonisten das Leben nahm. Das anfänglich entstandene Machtvakuum wurde schnell wieder von durchsetzungsstarken Persönlichkeiten besetzt.

 

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