So stehen Sie Aufstiegschancen unser St. Pauli Kiezkicker in der Rückrunde

Der FC St. Pauli ist mit großen Ansprüchen in die Saison in der 2. Fußball Bundesliga gestartet. Leider gelang es zumindest in der Hinrunde nicht, diesen gerecht zu werden und sich in eine gute Position für das Rennen um den Aufstieg zu bringen. Doch wie steht es aktuell um die Aufstiegschancen des Klubs und was können die Fans von der Rückrunde erwarten?

Positive Vorzeichen

Vor allem die starke Rückrunde der vergangenen Saison unter Trainer Ewald Lienen hat auf dem Kiez fußballerische Erwartungen geweckt. Auch durch neue Verstärkungen, die im Sommer in den Blick genommen wurden, sollte der Anschluss an die Spitzengruppe der Liga gelingen. Auch die ausgeglichene Tendenz der 2. Bundesliga in der Saison 17/18 zählte zu den guten Vorzeichen. Nach dem die Überflieger aus Stuttgart und Hannover nicht mehr zum Feld der Teilnehmer zählen, schienen die Chancen auf den Aufstieg noch besser zu sein. Als Beweis für diese Erwartungen und Einschätzungen lassen sich die damaligen Quoten der Buchmacher anführen. Auch bei diesen sank die Quote für eine Wette auf den Aufstieg der Kiezkicker in der Sommerpause. Wie die Seite www.sportwette.net zeigt, galt dies für mehrere führende Wettanbieter. Doch nicht alles entwickelte sich so, wie es die Experten vorausgesagt hatten.

Neue Spieler im Fokus

Zunächst schien die Übernahme des Teams durch Olaf Janßen zu glücken. Dem neuen Coach ist es zügig gelungen, die Neuzugänge des Sommers in die Mannschaft zu integrieren. Dabei wurde erneut auf junge Spieler mit großem Potenzial gesetzt, die sich im Laufe des Jahres zu Leistungsträgern entwickeln sollten. Es liegt auf der Hand, dass eine solche Strategie sogleich ein nicht zu unterschätzendes Risiko mit sich bringt. Durch den Transfer von Sami Allagui von Hertha BSC Berlin ist es gelungen, einen Spieler mit viel Bundesliga-Erfahrung in den Kader zu integrieren. Auf der anderen Seite konnte mit Cenk Sahin eines der großen Talente auf der rechten Außenbahn in die Mannschaft integriert werden. Diesen Transfers stand allein der Abgang von Sören Gonther maßgeblich gegenüber. Doch vor allem die Erfahrung des 30-jährigen hätte dem FC St. Pauli nach Einschätzung der Experten in der vergangenen Hinrunde sehr gut getan.

Dass es nach der Kaderplanung nicht gelang, die sportlichen Ziele zu erreichen, ist unterschiedlichen Punkten geschuldet. Auf der einen Seite stehen Ausfälle wichtiger Spieler wie Marc Hornschuh, die in den Planungen des Trainers eine große Rolle spielten. Dies allein kann allerdings nicht allein als Ausrede für die enttäuschende Hinrunde gelten. Besonders in der Offensive ist es den Kiezkickern bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelungen, die Gegner dauerhaft unter Druck zu setzen. Selbst frühere Top-Torjäger wie Sami Allagui, der eigens für die Position in der Spitze verpflichtet wurde, konnten nur zwei Tore erzielen. Hinzu kommt die schwache Bilanz von Aziz Bouhaddouz, der ebenfalls für diese Aufgabe vorgesehen war.

Die spannende Ausgangslage

Die Hinrunde der Saison 17/18 wird wohl auf einem Platz im unteren Mittelfeld der Tabelle beendet werden. Der Blick auf die aktuelle Auflistung wirkt allerdings beängstigender, als sich die Lage in Wirklichkeit darstellt. Dafür spricht einerseits die aktuelle Enge der Tabelle. Bis hinunter in die Abstiegsränge liegen wischen den meisten Teams nicht mehr als 3 Punkte. Entsprechend schnell können die Kiezkicker durch eine starke Rückrunde wieder in den Dunstkreis des Aufstiegs rücken, wofür der oft beschworene Teamgeist eine wichtige Rolle spielen wird.

„Ich will die beste Elf, nicht die besten elf.“
– Holger Stanislawski 2010

Aktuell beträgt der Abstand zum vierten Platz lediglich sechs Punkte. Wäre es demnach gelungen, zwei der knapp verlorenen Spiele für sich zu entscheiden, würde sich die Situation schon ganz anders gestalten. Obwohl es also die aktuelle Platzierung in der Tabelle nicht vermuten lässt, steckt in der aktuellen Spielzeit noch viel Potenzial. Besonders ein guter Start aus der Winterpause ist nun notwendig, um den Blick nach vorn zu richten und die sportlichen Möglichkeiten wieder fest ins Auge zu fassen.

Die Offensive stottert

Aller Voraussicht nach wird es dennoch notwendig sein, im Winter offensiv auf dem Transfermarkt zu Werke zu gehen. Einerseits bietet die langwierige Verletzung von Christopher Buchtmann dafür den passenden Anlass. Bezeichnenderweise ist der zentrale Mittelfeldspieler aktuell der beste Torschütze im Kader. Mit vier Toren und zwei Vorlagen ist er allein dafür verantwortlich, dass sich der FC St. Pauli aktuell noch nicht auf einem Abstiegsplatz befindet. Da er aufgrund einer Entzündung des Schambeins aber wohl noch mehrere Monate lang ausfallen wird, ist es nun von Bedeutung, seine Position vorübergehend neu zu besetzen. Zum Problem könnte da die aktuelle finanzielle Situation werden. Schon in der Winterpause ergab sich ein Defizit von 1,3 Millionen Euro, das den vielen Neuzugängen geschuldet ist. Hier sind die Verantwortlichen dazu angehalten, für eine Verbesserung der Lage zu sorgen und im Winter die gesuchte Qualität neu in den Kader zu integrieren.

Die Konkurrenz im Blick

Beruhigend wirkt sich dagegen der Blick auf die direkte Konkurrenz in der Liga aus. Selbst Mannschaften wie Union Berlin, Darmstadt 98 oder der FC Heidenheim, die sich alle einen Platz im Rennen um den Titel gewünscht hatten, konnten bislang nicht überzeugen. Das von Thorsten Frings geführte Team wurde zeitweise sogar auf einen direkten Abstiegsplatz zurückgeworfen. Der Blick auf die Spitze der Tabelle wirft zumindest die Frage auf, wie lange der Aufsteiger Holstein Kiel dazu in der Lage sein wird, die eigene Position zu verteidigen. In Kombination mit der Unruhe, die den Verein in diesen Tagen umgibt, könnte dies die Chance für die Konkurrenz sein. Sind Vereine wie der FC St. Pauli dazu in der Lage, rechtzeitig ihre Siegesserie zu starten, so liegt darin definitiv die Chance, zum Nutznießer der aktuellen Lage zu werden. Schon dies ist eine lohnende Chance, der sich die Verantwortlichen nicht verschließen sollten.

Zusammenfassung

In der Summe hängt es also von vielen Faktoren ab, was sportlich noch in der Rückrunde zu holen ist. Auf der einen Seite wird es von Bedeutung sein, den Kader weiter zu verstärken und vor allem die Offensive in Schwung zu bringen. Eine wichtige Unterstützung werden wieder einmal die einzigartigen Fans darstellen, welche ihr Team ohne Unterlass nach vorn peitschen. Gelingt es dem Team von Olaf Janßen dann, eine Punkteausbeute wie in der Rückrunde der vergangenen Saison einzuleiten, so ist auch der Aufstieg in jedem Fall möglich.

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