Domenica Die Domina mit Herz

Domenica Anita Niehoff wird von vielen auf dem Kiez wie eine Heilige verehrt, obwohl sie klassisch als Hure und Domina in der Herbertstraße gearbeitet hat. Der Grund war ihr großes Herz.

Gerade nach Beendigung ihrer aktiven Zeit half sie jungen Mädchen von der Straße wegzukommen oder betreute sie in ihrer Wohnung, wenn sie an dem gerade in den 80er Jahren aufkommenden AIDS-Virus erkrankt waren. Sie war Mitgründerin des Prostituierten-Hilfsprojektes Ragazza e. V.

Domenica im Bett mit Zigarette

Domenica Anita Niehoff

Domenica wurde in Köln geboren und war so mit einem rheinischen, positiven Naturell ausgestattet. Sie heiratete früh einen Bordellbesitzer und machte dessen Buchhaltung. Nach dem gewaltsamen Tod des Mannes, der sich selber vor ihren Augen erschoss, begann mittellos ihr Weg ins Milieu. Sie arbeitet in der Herbertstrasse und im Palais d´amour.

Bekannt wurde sie bundesweit, weil sie in Talkshows offen über die Legalisierung der Prostitution und die Rechte der Frauen sprach. Dabei inszenierte sie sich selbstironisch, wie mit dem Lied  „Alle meine Freier, hießen Maier“ oder ihrem Gastauftritt in dem Video von Trio „Bumm Bumm“.

Legendär war auch ihre Aktion zum Besuch von Papst Johannes Paul II in Berlin 1996. In einem papstähnlichen Gewand sprach sie den Transvestiten Charlotte von Mahlsdorf „heilig“. Nach einem längeren Ausflug in die Eifel, kehrte sie 2008 nach St. Pauli zurück.  Mit ihrem Tod ging dem Kiez eine menschliche Seite verloren. Unter großer Anteilnahme wurde sie im Februar 2009 im Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt.

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