Die Reeperbahn im Wandel der letzten 25 Jahre Ein Hauch von SEX und Crim

Die Reeperbahn im Wandel der letzten 25 Jahre

Die Reeperbahn gehört zu Hamburg wie der Fernsehturm zu Berlin. Jeder, der die Elbestadt besucht, sollte sich die sündigste Meile der Welt ansehen. Durch die riesige Auswahl an Bars, Nachtclubs und Discotheken und nicht zuletzt durch die berühmte Herbertstraße, hat sich die zirka 930 Meter lange Reeperbahn diesen Beinamen redlich verdient.

Um die Reeperbahn herum liegt der 800.000 Quadratmeter große Kiez mit mehreren hundert Kneipen, einigen Theatern und Museen sowie einem Dutzend Livebühnen und ein Wachfigurenkabinett. Außerdem gibt es zahllose Spielhallen, Striplokale, Sexshops, Sadomasokeller, Leihhäuser und zahlreiche Bordelle. Auch auf verschiedenen Internetseiten ist Sex und Porno schön anzusehen.

Wie hat sich das Rotlicht- und Vergnügungsviertel in den letzten 25 Jahren entwickelt?
Parallel zur Reeperbahn verläuft der 300 Meter lange Spielbudenplatz. In den 60ern wurde er mit Glaspavillons bebaut, die 20 Jahre später abgerissen wurden. Da lange Zeit nichts passierte und der Platz ungenutzt blieb, wurde er mehr und mehr zu einem Schandfleck. Nach einigen Vorschlägen setzte sich schließlich die Idee durch, zwei gegenüber liegende Bühnen zu bauen, die für regelmäßige Veranstaltungen genutzt werden.

Im Operettenhaus fanden in den 2000ern Aufführungen der Musicals Cats, Mamma Mia, Sister Act und Rocky statt. Seit Herbst 2016 läuft das Musical Hinterm Horizont. Seit 2006 findet das Reeperbahn-Festival statt.

1989 wurde der Mojo Club gegründet, der bald zum Vorreiter moderner Breakbeat-Klänge wie Acid Jazz wurde. 2003 folgte die Schließung und 2009 der Abriss. 2011 wurden drei Gebäude mit dem Namen Tanzende Türme gebaut, die ein gemeinsames Untergeschoss haben, in dem der neue Mojo Club eingerichtet wurde. 2013 fand die Wiedereröffnung statt.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Reeperbahn gehören unter anderem

– Café Keese
– fensterlose Kneipe „Zur Ritze“ mit Boxkeller
Davidwache
– St.-Pauli-Theater
– Schmidt Theater
Schmidts Tivoli

Weitere Highlights im Erotik-Bereich:

– Dollhouse
– Safari
– A la Charm
– Club de Sade

Früher und Heute
Die Reeperbahn ist einem ständigen Wandel unterzogen, der sämtliche Bereiche miteinbezieht. Die Machthaber wechseln, die Kriminalität verändert sich, es wird ruhiger und trotzdem bleibt es gefährlich. Die Regeln werden von den Mächtigen gemacht und die sitzen längst nicht mehr mit Hut und Zigarre rauchend in dunklen Hinterzimmern.

In den 80ern kamen die Albaner, die das Gebiet beherrschten. Später kamen Banden und unterteilten den Kiez in Nationen. Heute werden Interessengemeinschaften gebildet. Leute, die lange Bekannte sind, werden zu Partnern.

Wenn der Betreiber wechselt, gibt es auch oft neue Hausregeln, wie im Fall des Pink Palace. Heute soll mit ordentlicher Buchführung und einem Imagewechsel der schmuddelige Ruf des Eros Center weggewischt werden. Das Pink Palace präsentiert sich nun als moderner Arbeitsplatzvermieter, der freiberuflichen Dienstleisterinnen eine Plattform bietet.

Die Schattenseiten der Reeperbahn
Früher waren Messerstechereien und andere harte Attacken nahezu an der Tagesordnung. Es gab schwere Verletzungen durch Schießereien und Glasflaschen. Das hat sich geändert. Oder wie alteingesessene Luden sagen würden: Es ist nicht mehr so wild auf der Reeperbahn.

Es geht immer noch heiß her und das leider nicht nur in den Bordellen und Clubs, sondern auch auf den Straßen, wenn sich die Männer prügeln. Mit den Fäusten, denn Waffen sind seit 2007 auf der Reeperbahn verboten. Diese Maßnahme war nötig, da es immer mehr Gewaltdelikte gab. Auf der Reeperbahn tummeln sich mehr Menschen als in anderen Bereichen Hamburgs, weshalb steigende Gewalt nicht verwunderlich ist. Dazu kommen Drogengeschäfte, Dealer und Rockerbanden. Rockerclubs wie die Hells Angels, deren Mitglieder als Türsteher oder Security arbeiten, werden jedoch von den meisten als feste Institution auf der Reeperbahn gesehen.

Um die Verletzungsgefahr weiter zu mildern, sollten die umliegenden Geschäfte keine Glasflaschen mehr verkaufen. Seit 2009 ist es vor Feiertagen und an Wochenendnächten verboten, Glasflaschen mitzuführen. Bei Zuwiderhandlungen muss mit Strafen von bis zu 5.000 Euro gerechnet werden. Seit 2012 darf die Polizei Verdächtige durchsuchen.

Obwohl es nicht mehr so viele spektakuläre Fälle gibt, wie noch in den 90ern, ist Gewalt auf der Reeperbahn nach wie vor ein Thema. Es gibt zahlreiche Körperverletzungen, Überfälle und Straßenraub. Dank der Kontrollen werden jedoch immer weniger gefährliche Gegenstände mitgeführt. Es gibt sogar Wochenenden mit mehr als 100.000 Besuchern, wo nur wenige Prügeleien stattfinden.

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