Corny Littmann Tausendsassa

Corny Littmann (* 21. November 1952 in Münster; bürgerlich Cornelius Littmann) ist ein deutscher Theatermacher, Schauspieler, Regisseur und LGBT-Aktivist. Er ist ehemaliger Vereinspräsident des FC St. Pauli, lebt in Hamburg und besitzt das Schmidt Theater, das Schmidts TIVOLI und das Schmidtchen im Klubhaus St. Pauli.

Littmann studierte Psychologie an der Universität Hamburg. Bereits 1976 stand Corny Littmann, selbst homosexuell, als Mitglied der Theatergruppe „Brühwarm“ mit Themen der zeitgenössischen Schwulenbewegung auf der Bühne. Es folgte das Tourneetheater „Familie Schmidt“, dem sich später Ernie Reinhardt (Lilo Wanders) anschloss.

Zu einer der spektakulärsten politischen Aktionen von Corny Littmann (unterstützt von einer Gruppe Hamburger Homosexueller) zählt das Zerschlagen von Spiegeln in öffentlichen Toiletten, in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1980 am Spielbudenplatz sowie am 2. Juli 1980 u.a. am Großneumarkt, Jungfernstieg und Rathausmarkt. Hinter diesen Einwegspiegeln befanden sich Kabinen, von denen aus Beamte der Hamburger Polizei die Klappe kontrollieren konnten.

 Am 8. August 1988 um 8 Uhr 8 eröffnete Littmann als künstlerischer Leiter, gemeinsam mit drei weiteren Gesellschaftern, das „Schmidt Theater“ auf St. Pauli. Am 1. September 1991 wurde dann das so genannte „Große Haus“ nur einige Gebäude weiter unter dem Namen Schmidts Tivoli eröffnet.

Im Juni 2015 eröffnete Littmann im Klubhaus St. Pauli, bei dem er auch zu den Eigentümern gehört, das kleinste Theater in der Schmidt-Familie – das Schmidtchen! Littmann ist immer wieder als Produzent seiner Hausproduktionen tätig oder übernimmt auch selbst Rollen.

Am 25. Februar 2003 wählte die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli Littmann zum Präsidenten des Vereins. Er hatte dieses Amt bereits seit Dezember 2002 als Nachfolger von Reenald Koch kommissarisch wahrgenommen.

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga trat Littmann am 19. Mai 2010 überraschend als Präsident zurück. Er ist aber dem Verein „als Geschäftsführer der FC St. Pauli Service GmbH“ als Freund und Fan erhalten geblieben. Seit Oktober 2006 ist er mit seinem langjährigen Freund, dem gebürtigen Tunesier Madou Ellabib (* 1966), einem Tenor im Chor der Hamburgischen Staatsoper, verpartnert (endlich dürften sie heiraten).

Theatergeschichte St. Paulis

Der Spielbudenplatz war mit dem Beginn der Geschichte St. Paulis im 19. Jahrhundert als Amüsierviertel Standort der meisten Theater, Revuetheater und Showbühnen Hamburgs. Die schweren Zerstörungen im zweiten Weltkrieg machten einige der Häuser zu Geschichte. Erhalten blieben das St. Pauli Theater (Deutschlands ältestes Privattheater) und als Ort (nicht als Architektur) das Operettenhaus, das seit Mitte der 80er Jahre als Standort für internationale Musical-Produktionen deutschlandweit bekannt geworden ist. Mit Eröffnung des Schmidt-Theaters im Jahr 1988 traten eine Belebung der Theater- und Showlandschaft an dem Spielbudenplatz ein und der Ort erfährt seitdem eine Renaissance.

 

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