Clubkombinat wählt Clubs des Jahres

Hamburger Musikszene setzt dem resonanzraum die Krone auf
Der Raum im Feldstraßenbunker wurde als Club des Jahres für seinen hohen
Innovationsgrad ausgezeichnet.

Am 19.1.2017 wurde im Musikclub klubsen der Hamburger Club Award verliehen. Unterstützt
durch die Kulturbehörde wurden bereits zum siebten Mal Preise für herausragende Leistungen in der
Livemusikszene vergeben. Zwei der zehn Auszeichnungen gingen an das neu gegründete Moloch.
In einem neuen Abstimmungsverfahren kürte eine Jury aus 81 Bewerbungen die diesjährigen Preisträger. In
der Jury, die zuletzt aus sieben Personen bestand, saßen in diesem Jahr erstmals 174 Personen aus allen
Bereichen der Hamburger Musik- und Veranstaltungsbranche wie zum Beispiel Clubbetreiber, Veranstalter,
Künstler sowie Vertreter von Labels, Agenturen, Medien, Plattenläden oder Verbänden, die online ihre
Stimmen abgaben. Vor über 600 geladenen Gästen aus der Musikszene unterstrich Dr. Carsten Brosda,
Hamburger Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales, in seinem Grußwort die enorme Bedeutung der
Clubszene für Hamburg.

Der Preis für den Musikclub des Jahres mit dem innovativsten Konzertprogramm ging an den
resonanzraum, knapp vor dem Uebel & Gefährlich und dem Molotow Musikclub. Der resonanzraum im
Bunker an der Feldstraße ist die Heimat des Ensemble Resonanz und verbindet Elemente eines klassischen
Konzertsaals mit denen eines Clubs. In seinen Konzerten sprengt das Ensemble Resonanz die Grenzen der
musikalischen Genres. Der resonanzraum bietet aber auch anderen Veranstaltern einen Ort für
Experimentelles und Innovationen.

Für die beste Newcomerförderung des Jahres 2016 wurde die Astra Stube ausgezeichnet, gefolgt vom
Molotow und vom Grünen Jäger.
Der Preis für das Konzert des Jahres ging an das Knust für das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen
Clubbestehen mit Kettcar, Adam Angst, Fortuna Ehrenfeld, Liza&Kay und dem Hamburger Kneipenchor am
5. August 2016. Auf Platz 2 landeten die Fabrique im Gängeviertel mit dem Herzrasen, bei dem Knarf Rellöm
und Mark Booombastik zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne standen, auf Platz 3 das Uebel &
Gefährlich mit dem Abschiedskonzert von Findus.

Ausgezeichnet mit dem Award für den besten neuen Club wurde der Gängeviertel e.V. für die Neueröffnung
des Molochs, das vor dem Monkeys Music Club und dem Häkken die Jury mit Abstand am meisten
überzeugte.
Geehrt mit der Trophäe für den besten Fremdveranstalter wurde das Veranstalterkollektiv OHA Music, das
vor Broken Forms und der Jazz Federation Hamburg landete.
Erstmalig wurde die Clubnacht des Jahres gekürt: Hier setzte sich der Waagenbau mit der
„Sternbrücken[bamˈbuːlə]“ am 2. Juli 2016 vor dem Hafenklang („13 Jahre Drumbule“) durch.

Auch der Preis für das Festival des Jahres wurde zum ersten Mal vergeben und ging an den Hafenklang mit
dem „20 Jahre Hafenklang Festival“ (5. August 2016), gefolgt vom Rock Café St.Pauli („Sankt Hell“) und
dem Uebel & Gefährlich („Festival Für Junge Menschen“) auf den Plätzen 2 und 3.
Die Preisträger erhalten neben der Trophäe Preisgelder in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, überwiegend
finanziert von der Hamburger Kulturbehörde.

Kulturstaatsrat Dr. Carsten Brosda: „Dass ausgerechnet der resonanzraum als Musikclub des Jahres
ausgezeichnet wurde zeigt, wie vielfältig die Hamburger Clubszene ist und sich in der Musikstadt Hamburg
die unterschiedlichen Genres gegenseitig befruchten. Das Ensemble Resonanz schafft es mit dem
resonanzraum die Grenzen zwischen den Musikwelten einzureißen und die Tür für ein ganz neues
Musikerlebnis zu öffnen. Mit dem Club Award werden auch die Menschen in den Mittelpunkt gerückt, die
Künstlerinnen und Künstlern tagein, tagaus eine Bühne geben und mit hohem Engagement Musik erlebbar
machen. Die Vielfalt der Preise zeigt, wie spannend und höchst lebendig die Livemusikszene der Musikstadt
Hamburg ist.“

Odin Janoske, stellvertretender Vorsitzender des Clubkombinat Hamburg e.V., resümiert zum
Juryverfahren: „Erstmals konnten bis zu 174 Experten über sieben Club-Kategorien getrennt voneinander
votieren. Dies erhöht den Wert der Auszeichnungen für die jeweiligen Preisträger, da die geleistete Arbeit
von wesentlich mehr Jury-Teilnehmern anerkannt wurde. Wir beglückwünschen alle Preisträger und freuen
uns, dass uns dieses Experiment in Hamburg gelang.“

Der vom Vorstand des Clubkombinat vergebene Ehrenpreis ging an Wolf von Waldenfels, der nach
Einschätzung des Vorstands seit den 80er Jahren so viel zur Entwicklung der Hamburger Clubkultur,
insbesondere der elektronischen Musik, beigetragen habe, wie sehr wenige Menschen in der Stadt.
Stationen seines Clubschaffens waren unter anderem Der Eimer, fun club, Phonodrome, kdw, Powerhouse
und sind heute noch das Uebel & Gefährlich und das Golem.
Ebenfalls in Eigenverantwortung des Vorstandes des Clubkombinat Hamburg e.V. wurde der Negativpreis
“Die zerbrochene Gitarre” vergeben – an die Kioskflut in den Hamburger Ausgehvierteln. In seiner
Begründung (veröffentlicht auf www.clubkombinat.de) verweist der Clubverband unter anderem auf die
nach seiner Ansicht schädliche Wettbewerbsverzerrung, die bei vielen Kulturbetrieben essentielle
Existenznöte erzeuge.

Der Publikumspreis wurde mittels eines Online-Votings ermittelt, an dem sich über 6.400 Hamburger
Clubgänger beteiligten. Die meisten Stimmen erhielt hierbei das Moloch in der HafenCity, das sich vor dem
Vorjahressieger Monkeys Music Club und dem freundlich + kompetent behaupten konnte.
Die Veranstaltung wurde vom Hamburger Musiker Bernd Begemann moderiert. Für das musikalische
Programm sorgten die Hamburger Live-Acts HORST WITH NO NAME ORCHESTRA, PECCO BILLO und DAS BO
& DJ PLAZEBO.

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