Schwere Zeiten für Hamburgs Kasinos

Das KasinoJeder, der die Reeperbahn besucht, weiß, dass er sich im Epizentrum von St. Pauli befindet, dem Paradies für alle Nachteulen. Man findet düstere Bars vor oder kann im Silbersack zu den besten Schlagern tanzen. Spaß hat man auf jeden Fall.

Die Kasinos der Gegend hatten allerdings in den letzten Monaten wenig Grund zu feiern. Angestellte streikten, Kasinos wurden beraubt und die Konkurrenz durch Online-Kasinos wird immer größer. Die Spielhallen auf St. Pauli stehen vor einer großen Herausforderung.

Vier der größten Kasinos streikten diesen Sommer. Organisiert wurde der Streik von den Angestellten des Esplanade, Reeperbahn, Mundsburg und Steindamm, um für höhere Gehälter, mehr Urlaubstage, mehr Zuschüsse und bessere Arbeitszeiten zu kämpfen.

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, denn mit den Hamburg Masters fand gerade eine große Poker-Veranstaltung statt. Und auch die Tatsache, dass Online-Seiten wie Mr Green bequeme Lösungen für Spielautomaten und Tischspiele anbieten, macht es für Hamburgs Kasinos immer schwerer.

Hinzu kommt, dass es auch ein paar Raubüberfälle gab, was zeigt, dass die Einrichtungen offenbar als einfache Option für Diebstähle betrachtet wird.

Im letzten Jahr wurde die Spielhalle in St. Georg Opfer eines gewagten Überfalls, und im Juli dieses Jahres wurde ein Kasino in Hamburg von vier Männern überfallen, die mit einem Fahrzeug den Eingang versperrten und mehrere tausend Euro aus den Spielautomaten und dem Metallsafe stahlen.

Aber nicht nur in Hamburg kommt es immer wieder zu derartigen Straftaten. Von Pinneberg über Berlin bis hin zu Dresden war ein leichter Anstieg von Raubüberfällen auf Kasinos zu beobachten.

Ein weiteres Problem für Kasinos war das Rauchverbot, das vor einigen Jahren in allen deutschen Städten verbindlich eingeführt wurde. Nachdem einige Einrichtungen schließen mussten, hatte der Staat das Verbot zwar gelockert, aber es gingen immer wieder Beschwerden ein, dass Zigarettenwerbung eingeschränkt werden sollte, was seit diesem Jahr auch der Fall ist.

Und da deutsche Kasinos in Zukunft wahrscheinlich höhere Steuerabgaben zahlen müssen, damit der Staat soziale Projekte fördern kann, stehen den Spieleinrichtungen wohl schwere Zeiten bevor.

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